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Qualifizierung

Beruf & Karriere | Qualifizierungsoffensive

Qualifizierungsoffensive stellt sich vor

Talente sind in der Luftfahrtindustrie die Triebwerke der wirtschaftlichen Entwicklung. Hamburg hat das früh erkannt und im Jahr 2000 die Qualifizierungsoffensive Luftfahrtindustrie gegründet. Ziel der Qualifizierungsoffensive ist es, der Luftfahrtindustrie kurz-, mittel-, und langfristig Fachpersonal zur Verfügung zu stellen. Dadurch sollen gleichzeitig das Wachstum der Region ermöglicht und die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erhöht werden.
Die Qualifizierungsoffensive ist mit einem dichten, pulsierenden Netzwerk vergleichbar, in dem sich die Hochschulen und Bildungseinrichtungen mit den Unternehmen der Hamburger Luftfahrtindustrie austauschen und gemeinsam neue Formen der Rekrutierung von Talenten, der Aus-, Weiter- und Hochschulbildung und deren Internationalisierung entwickeln.

Ausbildung: Nirgendwo in Deutschland gibt es mehr Ausbildungsplätze in den Berufssparten Fluggerätemechanik und Elektronik für luftfahrttechnische Geräte als in Hamburg. Durch die Qualifizierungsoffensive werden Informationen über die Nachfrage der Hersteller, Zulieferer, Anwender und Kunden gebündelt und vernetzt. Neue Ausbildungsberufe wie etwa der Technische Produktdesigner entstehen.

Weiterbildung: Innovationen sind die Zukunft der Luftfahrtbranche. Dementsprechend müssen die Fertigungstechniken des Personals laufend durch Zusatzqualifikationen angepasst werden. Weiterbildungen sind die ideale Maßnahme, um vor allem kurzfristig Fachkräfte zu akquirieren. Dadurch entstand am Luftfahrtstandort Hamburg das Berufsbild des Luftfahrttechnikers mit einem bis dahin in Deutschland einzigartigen Weiterbildungsmodell. In der zweieinhalb Jahre dauernden Ausbildung wechseln sich sechsmonatige Schulsemester mit praktischen Phasen im Betrieb ab. Der Betrieb zahlt durchgehend Gehalt, profitiert gleichzeitig davon, dass die Arbeitnehmer die gelernte Theorie direkt umsetzen. Auch Ingenieure, Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitskräfte aus anderen Branchen werden in Hamburg mit zahlreichen Fortbildungsmaßnahmen für die Luftfahrt fit gemacht.

Hochschulbildung: Der Luftfahrtstandort Hamburg gilt als weltweit führendes Kompetenzzentrum für Flugzeugkabinen und Kabinensysteme. Im Rahmen der Qualifizierungsoffensive hat sich früh herausgestellt, dass Bedarf an Spezialisten für die Kabine besteht. Die HAW Hamburg stellte umgehend drei zusätzliche Professorenstellen bereit. Airbus Deutschland unterstützte die Maßnahme mit der Stiftungsprofessur Architektur und Flugzeugkabine. Und die Behörde für Wirtschaft und Arbeit (BWA) förderte die Laborausstattung mit 400.000 Euro. Zudem hat die HAW Hamburg gemeinsam mit den Unternehmen ein duales, praxisintegriertes Studium entwickelt. An der Technischen Universität Hamburg-Harburg hat die Qualifizierungsoffensive unter anderem dazu beigetragen, die luftfahrttechnischen Studienangebote zu erweitern, Weiterbildungsmodule zu entwickeln und ein DRL-School_LAB einzurichten, in dem Oberstufenschüler eigenhändig wissenschaftliche Versuche durchführen können.

Internationalisierung: Interkulturalität wird eine immer bedeutendere Sprosse auf der Karriereleiter. Deshalb knüpfen Hamburgs Luftfahrtindustrie und die Qualifizierungsoffensive ihr Netzwerk weit über die Grenzen hinaus. Paradebeispiel einer gewinnbringenden Zusammenarbeit ist der Austausch in der Aus- und Weiterbildung zwischen dem Luftfahrtcluster Metropolregion Hamburg und dem Luftfahrtcluster Aerospace Valley der Regionen Midi-Pyrénées (Toulouse) und Aquitaine (Bordeaux). Auch die HAW Hamburg und TUHH haben internationale Weiterbildungsmodule ins Programm genommen, die  mit europäischen Partnern zu einem internationalen berufsbegleitenden Master-Studiengang entwickelt werden. Im Rahmen der European Aviation Cluster Partnership (EACP) – ein Netzwerk aus über 30 Luftfahrtorganisationen aus ganz Europa - leitet die Qualifizierungsoffensive Luftfahrtindustrie die Arbeitsgruppe „Skills & Innovation“.

Rekrutierung: Gemeinsam kann man mehr Aufmerksamkeit auf sich und seine Stellenangebote ziehen als allein. Deshalb organisiert die Qualifizierungsoffensive Jobbörsen und stellt auf Messen im In- und Ausland einen Gemeinschaftsstand zur Verfügung. Doch die Unternehmen können sich nicht nur  mit den Schülern zufrieden geben, die zu den Jobmessen kommen, Interesse zeigen oder vorqualifiziert sind. Auch in Hauptschülern, die wegen fachlicher Defizite in Mathematik oder Englisch durch das Bewerbungsraster fallen würden, stecken Flugzeug-Cracks. Ihnen bietet die BWA gemeinsam mit Lehrern und der Agentur für Arbeit Vorqualifizierungsmaßnahmen in Ausbildungseinrichtungen großer Unternehmen an. Ein Erfolgsmodell.                                               

Nachwuchsförderung: Eine intensive Forschung und Entwicklung am Luftfahrtstandort Hamburg nutzt wenig, wenn es nicht genügend Nachwuchs gibt, der diese Projekte später übernimmt. Um Kinder und Jugendliche frühzeitig an die Themen Luftfahrt und Technik heranzuführen, wurde zunächst gemeinsam mit der HAW Hamburg und Unternehmen aus der Luftfahrtindustrie die Veranstaltungsreihe „Technik für Kinder. Faszination Fliegen“ entwickelt. In anschaulichen Vorlesungen erfahren 8- bis 12-Jährigen, warum ein Flugzeug fliegt oder was ein Zahnarztspiegel im Rumpf des Fliegers macht. In den Produktionsräumen der beteiligten Unternehmen und Laboren können die Mini-Studenten das Gelernte praktisch umsetzen. Im Jahr 2008 wurde das Programm für die 12- bis 16-Jährigen erweitert und gleichzeitig der FaszinationFliegenKlub mit zahlreichen weiteren Aktionen gegründet. Neben dieser außerschulischen Förderung, die es inzwischen auch für andere Branchen gibt, hat die Qualifizierungsoffensive Luftfahrtindustrie mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft Projektmaterial für den regulären Schulunterricht und Projektwochen entwickelt. Die FOLLOW ME BOX! Lehrer der Klassen 4 bis 10 können beim Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung kostenlos eine FOLLOW ME BOX zum Thema Luftfahrttechnik ausleihen. Die Boxen enthalten praxisnahe Luftfahrtmaterialien zu sechs verschiedenen Themengebieten.

Lernortkooperation - Hamburg Centre of Aviation Training: Mit der ganzheitlichen, den gesamten Lebenszyklus ziviler Flugzeuge umfassenden Strategie „Neues Fliegen“ hat das Luftfahrtfahrtcluster Metropolregion Hamburg den ersten Spitzenclusterwettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gewonnen. Ein innovatives Infrastrukturprojekt im zukunftsfähigen Konzept ist das Hamburg Centre of Aviation Training (HCAT). Ein Ort, an dem Industrie, Hochschulen und die Staatliche Gewerbeschule für Fertigungs- und Flugzeugtechnik (G15) die bedarfsorientierte Qualifizierung vernetzen und die praxisorientierte Hochschullehre im Kompetenzschwerpunkt Kabine und Kabinensysteme möglich machen. Das konzipierte HCAT ist ein Meilenstein in der Entwicklungsarbeit der Qualifizierungsoffensive. Hier hat sie die Partnerstruktur noch stärker gebündelt und strategisch fokussiert. Dadurch multiplizieren sich die Qualifizierungsaktivitäten der Teilnehmer noch effektiver. All das erhöht die Anziehungskraft des Luftfahrtclusters ungemein.

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